Vamos a la playa – Lebensader Donaukanal (Wien)
Wien hat ja so manche Vorteile beziehungsweise Vorzüge und, niemand ist perfekt, es gibt auch so manches, das hier fehlt. Davon lässt sich vieles sicher mit etwas gutem Willen beheben, was auch laufend geschieht. Doch Wien ans Meer zu bringen, respektive das Meer nach Wien? Ist das nicht vergebene Liebesmüh, muss man nicht irgendwann klein beigeben? Wer das denkt, der kennt den Wiener schlecht, dieser gibt nämlich nur selten klein bei und so fand sich auch hier eine Lösung. Am Donaukanal, der direkt durch die Stadt fließt, entwickelt sich seit den letzten Jahren ein Freizeitraum mit annähernd mediterranem Flair. Nach Vorbild der Metropolen an Spree und Seine, bemüht man sich, eine stimmige, Meer&Strand-ähnliche Erfahrung möglich zu machen. Sicher, man muss schon ein wenig Fantasie mitbringen, doch dann sind der Urlaubserfahrung keine Grenzen gesetzt. Vorreiter war hier die Strandbar Herrmann, die als erste für sich einen künstlichen Strand aufschütten ließ. Mittlerweile lockt mit dem so genannten „Central Garden“ gleich schräg gegenüber schon die Konkurrenz.
Nicht falsch verstehen, keiner hat vor, an den Ufern beidseits des Donaukanals kilometerweit künstlich Strände aufzuschütten, denken wir zumindest. Vielmehr soll der Donaukanal generell mit Leben erfüllt werden und so gab es schon bald eine Vielfalt anspruchsvoller Projekte, die eben dieses Ziel verfolgten. Leider, muss man mittlerweile sagen, sind viele davon längst wieder aufgegeben worden – wie etwa der Golfplatz, dessen Driving-Range sich wie eine Brücke über den Kanal spannen sollte, oder das Hotelschiff, das wohl nicht sobald Realität werden wird. Obwohl sich die Wiener Stadtverwaltung ob des verschenkten Potenzials schon den einen oder anderen Vorwurf gefallen lassen musste, gibt es doch auch eine Vielzahl an Ideen, die erfolgreich umgesetzt werden konnten und sich von Anfang an großer Beliebtheit erfreuten. Die vier wichtigsten Brennpunkte, die man sich nicht entgehen lassen sollte, wollen wir hier kurz beleuchten.
Flex
Das Flex ist ein scheinbar unverrückbarer Fixpunkt des Wiener Nachtlebens und Brennpunkt für alle Bereiche elektronischer Musik in Wien. Die Wurzeln des Flex reichen etwa 20 Jahre zurück, als es sich aus der damaligen autonomen linken Szene entwickelt hat. Anfangs ein „autonomes Zentrum für Kultur und Subkultur“, in dem Angehörige aller sozialen Schichten willkommen waren, hat sich das Flex zusehends kommerzialisiert. Was wiederum nicht seine Wichtigkeit im Wiener Nachtleben geschmälert hat.
Das Badeschiff
Aus zwei alten, ausgedienten Frachtkähnen wurde kurzerhand eine schwimmende Badeanstalt gezimmert. So ist ein „Schwimm-Bad“ entstanden, das neben der Möglichkeit zum Schwimmen auch ein Restaurant und ein großes Sonnendeck zu bieten hat. Am Abend verwandelt sich das Schiff in eine schwimmende Chill-Out-Lounge, die dazu einlädt, nach einem langen Arbeitstag bei entspannter Musik und Atmosphäre noch einen Cocktail zu sich zu nehmen.
Summerstage
Definitiv das Herz des Lebens am Donaukanal ist die Summerstage und jeden Sommer aufs Neue ein absolutes Erlebnis. Vor nun schon beinahe 14 Jahren von Ossi Schellmann gegründet, findet man hier ein gut geschnürtes Paket aus Kultur, Sport und Kulinarik. Dem verwöhnten Gaumen präsentieren sich hier auf engem Raum verschiedenste internationale Spezialitäten aus aller Herren Länder. Von Thailändisch über Indisch bis hin zu Griechisch oder Mexikanisch findet sich für jeden Geschmack etwas. Bis Ende September finden hier auch zahlreiche Events und Livekonzerte statt.
Strandbar Herrmann
Die Gründer der Strandbar Herrmann waren mit ihrem originellen Einfall, eine Art kleinen Stadtstrand aufzuschütten, die ersten. Man kommt auf der Sandinsel relativ bald in Urlaubsstimmung und vergisst, dass man sich mitten in Wien befindet. Die Idee dazu kam den Gründern Alexander Kaiser und Rudi Konar in Berlin, wo man Ähnliches schon umgesetzt hatte. Der Erfolg des Konzepts wurde erst kürzlich mit der Auszeichnung „Zweitbeste Bar der Welt“ durch das renommierte „Condé Nast Traveller“-Magazin belohnt.
Autor: RobWright
